Welche Hybridtechnik lohnt sich im Alltag? | Unter Strom – Einfach Elektromobilität | 114 | ADAC
In dieser Folge von „Unter Strom“ geht es um die verschiedenen Stufen der Hybridisierung und die Frage, worin sich die einzelnen Konzepte unterscheiden.
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Hybridfahrzeuge kombinieren in der Regel einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor, die je nach Auslegung gemeinsam oder getrennt arbeiten. Entscheidend ist dabei, wie stark die elektrische Unterstützung ausfällt und wie beide Antriebe zusammenwirken. Die Bandbreite reicht von leichter Unterstützung beim Beschleunigen bis hin zu Fahrzeugen, die im Alltag auch längere Strecken rein elektrisch zurücklegen können.
Das Konzept ist nicht neu: Bereits um 1900 wurde mit dem Lohner-Porsche „Mixte“ ein erstes Hybridfahrzeug vorgestellt. Zum Massenphänomen wurde die Technik jedoch erst Ende der 1990er Jahre mit Serienmodellen wie dem Toyota Prius. Heute setzen nahezu alle Hersteller auf unterschiedliche Hybridlösungen – je nach Ziel entweder für mehr Effizienz, geringere Emissionen oder zusätzliche Leistung.
Die Einstiegslösung ist der Mild-Hybrid. Hier fungiert der Elektromotor vor allem als Unterstützung für den Verbrenner. Er hilft beim Beschleunigen, gewinnt beim Bremsen Energie zurück und sorgt für ein sanftes Start-Stopp. Rein elektrisches Fahren ist kaum möglich, höchstens in sehr kurzen Momenten wie beim Rangieren oder Anfahren. Im Alltag bedeutet das vor allem eine moderate Verbrauchsreduzierung ohne spürbare Veränderung des Fahrkonzepts. Viele neue Fahrzeuge gibt es heute nicht mehr als reine Verbrenner, sondern nur noch als Mild-Hybride. Dadurch zählen sie bereits zu den „alternativen Antrieben“, was auch zum sinkenden Anteil von Benzinern und Dieseln in der Zulassungsstatistik beiträgt.
Beim Voll-Hybrid übernimmt der Elektromotor eine deutlich aktivere Rolle. Er kann das Fahrzeug kurzzeitig alleine antreiben, vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten. Das kann gerade im Stadtverkehr Vorteile bringen, auch wenn die elektrische Reichweite begrenzt ist. Welche Antriebsform genutzt wird, entscheidet das Fahrzeug selbst. Die Batterie ist größer als beim Mild-Hybrid und wird ausschließlich über Rekuperation geladen. Je nach System kann der Elektromotor dabei seriell, parallel oder leistungsverzweigt mit dem Verbrennungsmotor arbeiten.
Plug-in-Hybride verfügen über größere Batterien und können zusätzlich extern geladen werden. Dadurch sind im Alltag deutlich längere elektrische Fahrten möglich, teilweise auch bei höheren Geschwindigkeiten. Die Effizienz hängt jedoch stark vom Nutzungsverhalten ab. Wer regelmäßig lädt und überwiegend kurze Strecken fährt, kann einen großen Teil der Fahrten elektrisch abdecken. Ohne konsequentes Laden verliert das Konzept jedoch an Vorteil und kann im ungünstigen Fall sogar zu einem höheren Verbrauch führen als ein sparsamer Verbrenner.
Eine Sonderrolle nimmt der Range-Extender ein. Hier ist der Elektromotor dauerhaft für den Antrieb zuständig, während dser Verbrennungsmotor ausschließlich als Generator dient und bei Bedarf Strom erzeugt, um die Batterie nachzuladen. Die Räder werden dabei üblicherweise nicht direkt vom Verbrenner angetrieben. Das Fahrgefühl entspricht damit weitgehend einem Elektroauto, ergänzt um zusätzliche Reichweite durch den Generator sowie den entsprechenden Motorgeräuschen.
Welche Hybridlösung passt also am besten? Das hängt stark davon ab, wie das Fahrzeug genutzt wird – ob überwiegend in der Stadt, auf Kurzstrecken oder auf langen Fahrten. Mit zunehmender Elektrifizierung verändert sich dabei auch das Fahrgefühl. Geräusche und Beschleunigung wirken oft weniger direkt miteinander verbunden.
Wie steht ihr zu Hybridfahrzeugen? Fahrt ihr selbst ein Hybrid-Auto und wenn ja, welche Form habt ihr? Und würdet ihr beim nächsten Mal wieder ein Hybrid-Auto kaufen oder eher auf ein reines Elektroauto wechseln?
Kapitel:
00:00 Willkommen bei „Unter Strom“
00:18 Was ist ein Hybrid?
00:53 Ein Blick in die Geschichte
01:22 Unterschiede bei Hybridkonzepten
02:47 Mild-Hybrid
03:44 Voll-Hybrid
04:43 Plug-in-Hybrid
05:51 Range-Extender
06:55 Einordnung im Markt
08:08 Bis zum nächsten Mal bei „Unter Strom“
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