E-Auto Plattformen einfach erklärt | Unter Strom – Einfach Elektromobilität | 122 | ADAC
In dieser Folge von „Unter Strom“ geht es um zwei grundlegende Konstruktionsansätze bei Elektroautos: Purpose Design und Conversion Design. Marie spricht mit ADAC-Experte Matthias darüber, wie die technische Basis Platzangebot, Bedienung und Alltag beeinflusst.
Der Begriff „Design“ meint dabei nicht das Aussehen, sondern die Konstruktion des Fahrzeugs. Auch ein futuristisch aussehendes Elektroauto kann auf einer Verbrennerplattform basieren.
Wo liegt der Unterschied im Innenraum? Bei einer reinen Elektroplattform sitzt der Akku üblicherweise flach im Fahrzeugboden zwischen den Achsen. Diese sogenannte Skateboard-Bauweise schafft mehr Freiheit bei der Raumaufteilung. Ein ebener Boden vor der Rücksitzbank, mehr Platz für Passagiere und Gepäck oder zusätzlicher Stauraum unter der Fronthaube sind dadurch leichter möglich.
Beim Conversion Design muss die Plattform verschiedene Antriebsarten aufnehmen können. Der Akku nutzt dann oft Bereiche, in denen bei einem Verbrenner Tank, Getriebe oder Abgasanlage untergebracht sind. Dadurch bleiben mitunter ein Mitteltunnel oder andere Einschränkungen beim Platzangebot bestehen bleiben.
Unterschiede zeigen sich auch bei der Bedienung. Fahrzeuge auf gemeinsam genutzten Plattformen übernehmen teilweise Elemente aus der Verbrennerwelt, etwa einen Start-Stopp-Knopf. Früher stammten mitunter auch Softwarefunktionen direkt aus Verbrennermodellen. So wurden im Navigationssystem Spritpreise angezeigt, während Ladeplaner oder Ladestationen fehlten. Die Hersteller haben hier jedoch schnell dazugelernt, sodass solche Fälle heute nicht mehr vorkommen.
Zu Beginn der Elektromobilität setzten viele etablierte Hersteller auf Conversion-Modelle, weil sie schneller und mit geringerem Entwicklungsrisiko umgesetzt werden konnten. Tesla gilt als Vorreiter des Purpose Designs und entwickelte früh eine reine Elektroplattform in Skateboard-Bauweise. Auch der BMW i3 war besonders konsequent auf den Elektroantrieb zugeschnitten. Der Trend geht zunehmend zu eigenen Elektroplattformen, auch wenn einige Hersteller weiterhin auf Plattformen für mehrere Antriebsarten setzen.
Welche Lösung besser ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Purpose Design ermöglicht häufig eine bessere Raumnutzung, doch auch Conversion-Modelle können im Alltag überzeugen. Für die Kaufentscheidung zählen daher vor allem die Eigenschaften des konkreten Fahrzeugs.
Habt ihr euch schon einmal damit beschäftigt, auf welcher Plattform euer Auto beruht? Sind euch dabei Vor- oder Nachteile von Purpose und Conversion Design aufgefallen? Oder ist euch das im Alltag völlig egal? Wir freuen uns auf eure Erfahrungen in den Kommentaren.
Kapitel:
00:00 Willkommen bei „Unter Strom“
00:44 Purpose Design und Conversion Design
01:46 Unterschiede beim Platzangebot
03:11 Weitere Unterschiede im Alltag
03:59 E-Auto-Konstruktion im Laufe der Zeit
05:49 Trend zum Purpose Design
06:10 Bis zum nächsten Mal bei „Unter Strom“
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