Vehicle-to-Load: Strom aus dem E-Auto nutzen | Unter Strom – Einfach Elektromobilität | 116 | ADAC
In dieser Folge von „Unter Strom“ geht es um die sogenannte Vehicle-to-Load-Funktion, mit der Elektroautos Strom abgeben können. Marie spricht mit Matthias darüber, welche Möglichkeiten sich im Alltag ergeben, wo die Grenzen liegen und welche Ergebnisse die Sicherheitsuntersuchungen des ADAC zeigen.
Weitere Informationen zu Vehicle-to-Load findet ihr hier:
👉 https://scom.ly/QxVO8qN
Die Vehicle-to-Load- oder Vehicle-to-Device-Funktion ist inzwischen bei immer mehr Elektroautos zu finden. Begonnen hat es 2021 mit koreanischen Herstellern wie Hyundai und Kia, bei denen sich über den Typ-2-Ladeanschluss Strom aus der Hochvoltbatterie entnehmen lies. Inzwischen bieten auch Hersteller wie BYD, MG, Renault sowie Opel und Peugeot aus dem Stellantis-Konzern diese Funktion an, ebenso Dacia beim elektrischen Spring. Bei deutschen Herstellern und Tesla war das bislang nicht der Fall. Für 2026 haben erste deutsche Hersteller entsprechende Modelle angekündigt, darunter BMW mit dem iX3 sowie weitere Fahrzeuge auf der überarbeiteten MEB-Plattform des Volkswagen-Konzerns. Damit erhalten alle ID-Modelle, der Škoda Enyaq und Elroq, der Cupra Born und Tavascan sowie der Ford Capri und auch der Ford Explorer die Vehicle-to-Load-Funktion.
Für die Nutzung braucht es ein bidirektionales Bordladegerät, das Energie nicht in Gleichstrom zur Speicherung in die Batterie umwandlen, sondern auch wieder daraus Wechselstrom abgeben kann. Mit einem passenden Adapter lässt sich der Ladeanschluss dann wie eine Haushaltssteckdose nutzen. Was bedeutet das im Alltag? Vor allem dort, wo keine feste Stromquelle vorhanden ist, etwa im Garten oder beim Camping, kann das praktisch sein, etwa für Haushaltsgeräte, Werkzeuge oder das Laden von E-Bikes.
Auch besondere Anwendungen sind denkbar, etwa das Laden eines anderen Elektroautos oder die Stromversorgung eines Wohnwagens. Selbst eine Notversorgung für das eigene Zuhause ist grundsätzlich möglich. Dabei spielen jedoch Sicherheitsaspekte wie Erdung und Schutzmechanismen eine wichtige Rolle, die fachgerecht umgesetzt werden müssen. Daher sollte für diesen Anwendungszweck unbedingt vorher ein Experte konsultiert werden.
Der ADAC hat die Vehicle-to-Load-Funktion gezielt untersucht und dafür ein eigenes Testgerät entwickelt, mit dem sich unterschiedliche Belastungssituationen realistisch nachstellen lassen. So wird geprüft, wie die Fahrzeuge auf steigende Lasten reagieren und wann der Überlastschutz greift. Auch Kurzschlüsse werden simuliert, um zu sehen, wie schnell und zuverlässig das System abschaltet und wieder in Betrieb genommen werden kann. Zusätzlich werden Themen wie Energieverbrauch und die Handhabung der Steckerverbindung betrachtet.
Ein Blick auf die Technik zeigt, dass die Systeme in den Fahrzeugen zuverlässig auf Überlast oder Kurzschluss reagieren. Der Strom wird in solchen Fällen automatisch abgeschaltet, um Schäden zu vermeiden. Unterschiede gibt es bei Details wie der Verriegelung des Steckers, die nicht bei allen Modellen gegeben ist und Einfluss auf Verschleiß und Diebstahlschutz hat.
Ein oft unterschätzter Punkt ist die Effizienz. Die Bordelektronik benötigt dauerhaft Energie, auch wenn nur kleine Verbraucher angeschlossen sind. Das führt zu einem spürbaren Grundverbrauch, der den Einsatz für längere Zeiträume weniger sinnvoll macht. Ist das also eine Lösung für den Dauerbetrieb? Eher nicht – kurzfristig und situativ ist die Funktion aber total praktisch.
Habt ihr die Vehicle-to-Load-Funktion schon einmal genutzt und wenn ja, für was genau? Und seid ihr der Meinung, dass jedes Elektroauto diese Funktion haben sollte?
Kapitel:
00:00 Willkommen bei „Unter Strom“
00:22 Entwicklung und Verbreitung
01:57 Voraussetzungen im Fahrzeug
02:36 Einsatzmöglichkeiten
03:42 ADAC Untersuchung und Aufbau
04:03 Überlastschutz
05:31 Kurzschluss
06:31 Steckerverriegelung
07:46 Effizienz und Grundverbrauch
08:51 Einordnung und Erkenntnisse
09:38 Bis zum nächsten Mal bei „Unter Strom“
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